Vom Stunkern und Stänkern

„Du sollst doch nicht immer so grubeln“, hat sie gesagt, immer würde ich so grubeln. Ich grüble, sagte ich, weil ich Grund zum Grübeln habe. „Ah!“, hat sie gesagt, „du grundelst!“

Sie ist Portugiesin mit Faible für Sprachen, unter anderem hat sie Deutsch studiert. Sie ist intelligent und klug, kennt den Namen jeder Grammatik-Figur in unserer Sprache, aber sie sagt „grundeln“. Aus einer Höhle macht sie eine Hölle, aus dem Koller einen Kohler, aus Hanne Anne und aus Anne Hanne und aus „heißes Eisen“ „eißes Heisen“. Das macht sie immer. Sie sagt auch „Kugelchen“ statt „Kügelchen“.

Seit 30 Jahren lebt sie in Deutschland, vor 13 Jahren lernte ich sie kennen. Da erzählte sie, eine Bekannte von mir habe „rumgestunkert“. Was hat die? „Rumgestunkert. Schlechte Luft gemacht.“ Ich sagte, das heiße „stänkern“. Sie fand das unlogisch. Logisch wäre, meinte sie, dass stunkert, wer Stunk macht.

Ich versuchte zu erklären und konnte nicht. Wahrscheinlich komme das Stänkern vom Gestank. Aber, fragte sie, warum sage man dann nicht „stanken“, und woher komme dann das „Stinken“?.

Weiß ich nicht. Wir sagen auch „ein Duft liegt in der Luft“, aber wir lüften, weil es duftet. Und ja, das ist auch nicht logisch und ich weiß auch nicht, wie man sich das merken kann. Und warum bei uns die Sonne weiblich und der Mond männlich ist, wo sonst auf der Welt der Mond weiblich und die Sonne männlich ist, weiß ich auch nicht. Doch, ich weiß es, aber das ist jetzt auch egal.

Neulich erzählte eine Freundin, ihr brasilianischer Gatte habe sie gefragt, warum es „zusammengeklappt“ heiße, wo er doch alleine geklappt sei.

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